LEIXEN VV-998S    Messungen und TX-Audio-Modifikation

04.11.2019

 

 

Leixen hat nun versucht mit einem Nachfolgegerät des VV-898S in einer 25W Version die Spartanität weiter zu verfeinern. Das verbesserte Design besticht durch ein aufgeräumtes Design und ein großes LCD-Display.

Das Mikrofon besitzt eine beleuchtbare DTMF-Tastatur, UP- & Down-Tasten und eine Dual-PTT Wippe. Auch kann man eine Tastensperre aktivieren. Zusätzlich kann man auch im Menü die Tasten deaktivieren.

 

Den Konstrukteuren ist es gelungen, den Audiofrequenzgang zu verschlimmbessern, es klingt sehr basslastig und dumpf und noch leiser wie das Vorgängermodell. Es wird beim Besprechen gerade mal ein Spitzenhub von 1,5 kHz erreicht.

 

Nach erfolgreicher TX-Audio-Modifikation liegt der maximale Hub bei knapp 5 kHz und die Sprachverständlichkeit ist durch die deutlich hellere Modulation nun sehr ausgewogen in der Klangqualität.

 

Auch der eingebaute Lautsprecher ist vom Klang her recht gewöhnungsbedürftig, die Klinkenbuchse für den externen Lautsprecher sitzt zu tief im Gehäuse, so dass der Klinkenstecker leicht raus springen kann.

 

 

Innenansicht des Kunststoffgehäuses

Vorderansicht LEIXEN VV-998S

 

 

 

 

     Technische Daten :

 

     RX - Frequenzbereiche : UKW-Radio, 136 -174 MHz, 200 – 260 MHz, 400 – 520 MHz

     TX - Frequenzbereiche  : 136 – 174 MHz, 400 – 480 MHz

 

 

 

 

 

Draufsicht mit mittigem Lautsprechergrill

 

 

 

Man erkennt, dass an der Hauptplatine keine signifikanten Änderungen gegenüber dem VV-898S vorgenommen wurden, nur das Bedienteil wurde für das 2019er Modell überarbeitet.

 

EMPFÄNGER:

 

Leider ist das Großsignalverhalten und das Übersprechen (Selektivität) aufgrund des preisgünstigen SDR-Chips als mangelhaft zu bezeichnen. Mit einer kurzen Mobilantenne mag das Gerät noch halbwegs funktionieren, an einer exponierten Dachantenne ist die Nutzung grausam.

 

Außerdem hat der Empfänger auch noch einen „Schluckauf“, d.h. in Abständen von Vielfachen von 5 Sekunden setzt immer kurz der Empfang aus. Häufige Intervalle sind 10 und 20 Sekunden, gefolgt von 5 Sekunden, bei denen der Lautsprecher kurz stumm geschaltet ist.

 

Ein „Stör“-Signal (0,5µV mit 1 kHz Hub) mit 12,5 kHz Versatz zur eingestellten Frequenz genügt um wahrgenommen zu werden. Bei einem „Stör“-Signal (unmodulierter Träger) von 4,46µV im Abstand von 12,5 kHz unterhalb [Anzeige S3] und 14,1 µV, 12,5 kHz oberhalb [Anzeige S5] der Empfangsfrequenz öffnet die Rauschsperre!

 

Bei einem Empfangssignal mit 1mV (-47 dBm) [normaler Pegel eines Stadtrelais], moduliert mit 1 kHz Hub muss man die Frequenz über +/- 20 kHz verstimmen, damit das Signal unter die Rauschsperre fällt.

Bei einem unmodulierten Empfangssignal mit 1mV (-47 dBm) muss der Abstand über +/- 15 kHz liegen, damit das Signal nicht mehr gehört wird.

Bei FM-Narrow muss man über +/- 7,5 kHz verstimmen, um das Signal nicht mehr zu empfangen.

Wie schön selektiv waren da doch die klassischen Superhet-Empfänger mit 455 kHz Murata ZF-Filter…J

 

 

SENDER:

Der Sendeteil liefert über den gesamten Bereich seiner Frequenzbänder eine relative gleiche Leistung, was auf einen breitbandigen Verstärker hindeutet. Aber wenigstens sind die Nebenaussendungen aus dem Spektrum verschwunden, die bei dem Vorgängermodell vorhanden waren.

Störspannung, gemessen auf der internen Stromversorgung (+8V & + 5V)

 

 

Modulationsumbau:

Um den Hub auf 5 kHz zu bekommen, konnte das Modul, welches im VV-898S verwendet wurde, nicht zum Einsatz kommen. Somit musste ein neues Modul entwickelt werden, da sich zu viele Parameter verändert haben. Außerdem wurde bei den Messungen auch noch ein Störsignal auf der Stromversorgung gefunden, welches das Elektret-Mikrofon versorgt, siehe OWON Screenshot. Mit einem solchen Signal auf der Mikrofonspannung muss man sich nicht wundern, wenn einen der Funkpartner nicht versteht.

Durch zusätzliche Massebrücken und weitergehende Modifikationen im Layout konnte schließlich das Störsignal aus dem Mikrofonsignal entfernt werden (Hat das niemand von den Entwicklern gemessen?). Zusammen mit unserem neuen Modul konnte der FM Spitzen-Hub auf 5 kHz angehoben werden, zusätzlich wurden noch radikale Änderungen im Frequenzgang erforderlich, damit die topfige Modulation hell und klar wird.

 

 

Messwerte des LEIXEN-998S

 

Messung am Funkmessplatz R&S CMD 55 mit 13,5V DC Netzteil

VHF : Gemessen auf 145 MHz (Stromaufnahme 3,2A)

UHF : Gemessen auf 435 MHz (Stromaufnahme 2,9A)

Senderleistung Stellung LOW

5,59 W

3,37 W

Senderleistung Stellung MEDIUM

9,91 W

6,82 W

Senderleistung Stellung HIGH

28,7 W

18,6 W

Empfängerempfindlichkeit bei 20 dB / SINAD

0,187µV

0,164 µV

RX-Klirrfaktor bei 1mV HF

0,88 %

0,94 %

Squelch öffnet bei Stufe 1

0,178 µV

0,112 µV

Squelch öffnet bei Stufe 5

0,447 µV

0,251 µV

Squelch öffnet bei Stufe 9

1,120 µV

0,631 µV

S-Meter  S1

0,250 µV

0,141 µV

S-Meter  S2

0,361 µV

0,177 µV

S-Meter  S3

0,398 µV

0,223 µV

S-Meter  S4

0,501 µV

0,281 µV

S-Meter  S5

0,631 µV

0,354 µV

S-Meter  S6

0,794 µV

0,446 µV

S-Meter  S7

1,00 µV

0,561 µV

S-Meter  S8

1,26 µV

0,706 µV

S-Meter  S9

1,58 µV

0,889 µV

Das S-Meter ist relativ linear, aber leider auch nur mit mäßiger Dynamik.

 

Im Frequenzbereich 200 – 260 MHz wurde die Empfängerempfindlichkeit mit 0,433µV bei 20 dB / SINAD auf 240 MHz bestimmt.

 

Auch im Senderspektrum gibt es nicht viel Neues :

 

Oberwellenspektrum bei höchster Sendeleistung auf 2m und 70cm, gemessen mit Funkmessplatz R&S CMD 55 und Spektrumanalysator Anritsu MS 2661A

 

 

Senderspektrum 2m : 145 MHz mit 28,7 W

 

Senderspektrum 70cm : 435 MHz mit 18,6 W

 

Gegenüber dem Vorgängermodell VV-898S ist es schon besser geworden, obwohl -50 dBc Oberwellenabstand noch nicht den Vorgaben  der BNetzA entsprechen. Zusammen mit einer selektiven Antenne wird man aber dann sicherlich die erforderlichen – 60 dBc Unterdrückung der Störprodukte erreichen.

 

 

LEIXEN VV-898S    Messungen und TX-Audio-Modifikation

16.01.2019

 

Von dem günstigen 2m/70cm FM-Mobilgerät von LEIXEN mit der Modellbezeichnung VV-898S gibt es verschiedenen Versionen im klassisch, spartanischen Betriebsfunkgerätedesign. Dieses hier ist die 10W Ausführung von 2016. Es gibt auch eine 25W Version.

 

Weitere Bedienelemente sind die DTMF-Tastatur auf dem Handmikrofon, sowie eine UP- & DOWN-Taste und natürlich eine PTT-Taste, die von einer internen Spiralfeder unterstützt wird.

 

 

Originaler Frequenzgang vor TX-Audio-Modifikation

Gemessen mit R&S CMD 55 Funkmessplatz und HP 3588A Netzwerkanalyser

 

 

 

Es hat wie alle chinesischen Funkgeräte eine schwachbrüstige Modulation und schafft mit Mühe den Hubmesser auf 1,8 kHz zu bewegen. Außerdem klingt die Modulation recht dumpf, da die hohen Frequenzen schon ab 3,2 kHz beschnitten werden. Auch im unteren Bereich wird unterhalb von 600 Hz stark gedämpft, welches aber nicht so kritisch ist. Ebenfalls zu vermissen ist eine sendeseitige Pre-Emphase, die bei guten FM-Geräten üblich ist.

 

Nach erfolgreicher TX-Audio-Modifikation liegt der maximale Hub bei knapp über 5 kHz und die Sprachverständlichkeit ist durch die deutlich hellere Modulation nun sehr ausgewogen in der Klangqualität.

 

Man sieht deutlich den Notch-Bereich für die CTCSS-Frequenzen und den oberen, steilen Abfall, der durch die digitale Verarbeitung des Audiosignals im CTCSS-Chip RD1815A verursacht wird.

 

Als SDR-Chip kommt unser allseits bekannter RDA1846S zu Einsatz. Das Mobilgerät stellt quasi ein „aufgemotztes UV-5R“ dar. Natürlich darf auch der FM-Radio-Chip RDA5802 nicht fehlen, somit kann man auch mit diesem Gerät UKW-Rundfunk empfangen.

 

Die manuellen Einstellmöglichkeiten über die Gerätefront sind sehr eingeschränkt. Viele Funktionen sind nur über die Software erreichbar. Daher ist es unabdingbar, das Gerät über den Computer zu programmieren.

 

 

 

 

 

Nach Entfernen der Gehäuseschrauben nimmt man, nach Trennen der Flachbandkabelverbindung,  das Bedienteil nach vorn ab um den Gehäusedeckel zu öffnen. Man hat dann die Sicht auf eine „fast leere“ Platine, dem internen Kühlkörper der Sendeendstufe und der CR2032 Backupbatterie.

Auch die 5 „SMD-Angstwiderstände“ in der Plus-Leitung sind typisch für die chinesischen Geräte. Auffällig ist auch die fette Verpol-Schutzdiode, an die das Stromversorgungskabel direkt angelötet ist. Einfacher und preiswerter geht es kaum.

 

Nach Ablöten der beiden Lautsprecherleitungen (links von der Batterie) kann man den Deckel samt Lautsprecher beiseite legen.

 

 

Innenansicht mit abgehobenen Gehäusedeckel und entfernten PA-Kühlkörper

 

 

Interner PA-Kühlkörper

Unterseite mit Wärmepad

 

Demontage der Platine:

 

Um an die restlichen Bauelemente zu kommen bedarf es ein wenig Löt- und Schraubarbeit. Zuerst entfernt man das Stromversorgungskabel und den zusätzlichen, internen PA-Kühlkörper. Danach kommen die restlichen Schrauben dran. Nach Ablöten des Innenpins der UHF-Buchse kann man die Platine vorsichtig auf dem Druckgussgehäuse herausheben.

 

Das Druckgussgehäuse parzelliert durch Verbindungsstege die einzelnen Baugruppen des Gerätes.

 

Auffällig auf der Unterseite der Platine ist die aufgeräumte Verteilung der Bauelemente in klar gegliederten Funktionsbaugruppen, jeweils in eigenen Schirmblöcken, da Platz kein Problem darstellt

 

 

Messwerte des LEIXEN-898S

 

Messung am Funkmessplatz R&S CMD 55 mit 13,5V DC Netzteil

VHF : Gemessen auf 145 MHz

UHF : Gemessen auf 435 MHz

Senderleistung Stellung LOW

0,15 W

1,16 W

Senderleistung Stellung MEDIUM

5,25 W

6,58 W

Senderleistung Stellung HIGH

11,0 W

10,9 W

Empfängerempfindlichkeit bei 20 dB / SINAD

0,177µV

0,174 µV

RX-Klirrfaktor bei 1mV HF

0,83 %

0,89 %

Squelch öffnet bei Stufe 1

0,199 µV

0,152 µV

Squelch öffnet bei Stufe 9

1,120 µV

0,708 µV

S-Meter  S1

0,199 µV

0,141 µV

S-Meter  S2

0,251 µV

0,177 µV

S-Meter  S3

0,356 µV

0,223 µV

S-Meter  S4

0,397 µV

0,281 µV

S-Meter  S5

0,500 µV

0,354 µV

S-Meter  S6

0,630 µV

0,446 µV

S-Meter  S7

0,793 µV

0,561 µV

S-Meter  S8

0,998 µV

0,706 µV

S-Meter  S9

1,26 µV

0,889 µV

S-Meter  S9 + 10 dB

1,58 µV

1,12 µV

Das S-Meter ist relativ linear, aber leider auch nur mit mäßiger Dynamik.

 

Das Beste zum Schluss :

 

Oberwellenspektrum bei höchster Sendeleistung auf 2m und 70cm, gemessen mit Funkmessplatz R&S CMD 55 und Spektrumanalysator Anritsu MS 2661A

 

 

Senderspektrum 2m : 145 MHz mit 11,0 W

 

Senderspektrum 70cm : 435 MHz mit 10,9 W

 

Es ist schon bemerkenswert, dass ein solches Gerät mit diesem Oberwellenspektrum die Fertigungsstrasse verlässt. Aber vielleicht kann man ja für solch kleines Geld nicht mehr verlangen. Das Spektrum bei kleinerer Senderleistung wird ein wenig besser, aber auch nicht unbedingt akzeptabel. Vermutlich wird eine Treiberstufe übersteuert und die Endstufe muss ja breitbandig sein, damit sie für 2m und 70cm funktioniert… Das Ergebnis sieht man ja hier.

Beachtenswert sind auch die Signale ( +/- 36,25 MHz und +/- 72,5 MHz ) im Nahbereich um die 145 MHz Sendefrequenz. Auch das optisch annehmbare Tiefpassfilter kann der Lage nicht Herr werden, oder es ist mangelhaft dimensioniert. Es wäre also auf jeden Fall ratsam, ein passendes Tiefpassfilter oder besser noch Bandpassfilter in den Antennenweg zu schalten, welches auch im Empfangsfall überaus nützlich wäre, da die SDR-Empfänger bekannt dafür sind, keine starken Eingangssignale verarbeiten zu können und sehr schnell zustopfen.

Ein PLL-Schleifenfilterproblem zusammen mit HF-verseuchter Stromversorgung des VCO´s und übersteuerter Verstärkerstufen erschaffen solche Sendesignale. So etwas müsste grundlegend überarbeitet werden, damit das Signal beruhigt an die Antenne geschickt werden kann. Vielleicht sind kommende Generationen des Modells mit überarbeiteter Technik und sauberen Sendesignal zu haben… man darf ja noch träumen… J

 

TX-AUDIO-MOD

 

Bei Interesse an einen TX-AUDIO-Modifikation benötige ich das Gerät mit Mikrofon um den Umbau durchzuführen. Das Gerät wird dafür komplett zerlegt, damit ich an die Unterseite der Platine komme, wo die Modifikationen durchgeführt werden, d.h. ca. eine Stunde Schraub- und Lötarbeiten plus die SMD-Platine mit der Modifikation.

 

Der TX-AUDIO-MOD für die LEIXEN kosten 39,99 Euro inkl. kostenlosen Rückversand mit Hermes (bei DHL zusätzlich 3 Euro).

 

Zahlung per Vorkasse auf unsere Bankverbindung :

Postbank Hannover

IBAN : DE48 2501 0030 0580 8783 01

INH : Frank Koeditz

Stichwort : LEIXEN Umbau

 

Rückversandadresse nicht vergessen!

 

 

Unsere Versandanschrift :

 

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